Ich war gerade mal drei Werktage nicht im Büro.
Mein Postfach quillt über. Ich weiß jetzt schon, dass das alles nicht zu schaffen sein wird, nicht in dieser Woche, nicht in der nächsten.
Und es kommt ja noch weiteres oben drauf dazu. Die Zeit reicht also erst recht nicht.
Muss das so sein? Ist Arbeiten überall so? Es ständig nicht schaffen? Ständig hinterher hecheln? Bekomme ich eigentlich mein Gehalt dafür, dies auszuhalten?
Ich würde gerne mal was abschließen. Das Gefühl haben, was zu Ende zu bringen.
Aber hier herrscht so eine Masse an To Do's, dass ich, selbst wenn etwas geschafft ist, es gar nicht mehr bemerke, weil sich schon wieder sieben neue Dinge stapeln.
Ich pack das nicht. Immer nur oben drauf, oben drauf. Ich kann schon gar nicht mehr sagen, was alles hinten herunter gefallen ist, denn vieles davon habe ich gar nicht erst wahrnehmen können. Ich könnte das schon aushalten. Aber gefallen tut es mir nicht.
bartynova - 27. Okt, 10:19
... werde ich morgen einzwei Tussimagazine einsacken. Vorab schon einen herzlichen Dank an Air.Berlin :-) auch für das Bonbon, das mir immer über die Landung hinweghilft.
p.s.: eure Tussimagazine eignen sich übrigens super für Collagen, mit denen ich z.B. meine Exehe verarbeiten kann. Aber ein paar Wohndesignexemplare zwischendrin wären auch nicht schlecht...
p.p.s.: und wenn ihr bitte den Anflug so gestalten könntet, dass ich von meinem Platz schön die Donau und die Stadt und die OMV-Raffinierie sehen kann, das ist so eine schöne Begrüßung. Vielen Dank.
bartynova - 21. Okt, 18:09
Heute ist mal wieder eher ein "Jeder stirbt für sich allein"-Tag als ein "Alles wird gut"-Tag.
...ja, ich bin nicht gut drauf grad. Ziemlich traurig sogar. Vermischt mit "Alles scheiße, Deine Elli".
Durch Zufall wurde ich darauf gestoßen, dass ich ganz schön weit weg bin, geografisch wie auch emotional. Was kein Vorwurf ist, sondern eine schlichte Feststellung und aufgrund äußerer Umstände nicht verwunderlich. Und daher ist es auch nicht schlimm. Einfach nur traurig für mich, die ich gerne emotional nahe bin und lerne, dass das nicht immer geht und wohl auch nicht immer zweckdienlich ist.
Desweiteren hatte ich kürzlich noch mal ein Erkenntnistief in Bezug auf die Abwicklung meiner Ehe und meinen Status in dieser Ex-Beziehung (dumme Kuh, die solange wie möglich zu melken ist). Ausgelöst wurde es durch die Tatsache, dass die Anwältin der Gegenseite 6 Wochen lang nicht zurückgerufen hat, zwecks Zeitverstreichung. Ich muss ja mehr oder weniger zahlen bis zur tatsächlichen Trennung. War nicht schön, festzustellen, dass ich zu dämlich und gutmütig war und jetzt auf einen juristischen Mietzahlungsanspruch reduziert werde. Ob sie mich aus anderen Gründen als dem der lebenslangen Versorgung geheiratet hat? Ich enthalte mich momentan der Antwort.
Weil ich deswegen ständig in Tränen ausbrach, habe ich dem Chorwochenende abgesagt. Die Chorleiterin war naturgemäß nicht erfreut. Und ich musste mal wieder über mich lernen, dass ich ein Weichei bin und in Sachen „Zähne zusammenbeißen“ noch einiges dazuzulernen habe. Außerdem habe ich dazugelernt, dass auch jenseits des Arbeitsverhältnisses das eigene Rollenverständnis immer wieder abgeglichen werden muss mit den anderen Protagonisten. Das ist anstrengend und nervtötend. Es bringt aber auch frühzeitige Klarheit und damit die Möglichkeit, frühzeitig den Kurs zu korrigieren. Auch in privaten Bereichen.
Fazit:
Ich bin menschlich, ich baue Scheiße, pardon my french. Aber so wie ich anderen Menschen ein Recht auf Scheißebauen einräume, darf ich es auch. Ich muss mich nicht immer aktiv um Konsens bemühen und die Gutmütige sein. Ich kann mein missratenes Bauwerk erklären, mich entschuldigen und anbieten, durch zukünftiges Verhalten Vertrauen aufzubauen. Ich kann aber auch entscheiden, dass es genug ist mit Konsens, Kompromiss und Gutmütigkeit. Wenn jemand anderes dann keine Lust hat auf Konsens – muss ich nur soweit verhandeln, wie es mir die Sache wert ist.
Klingt das trotzig? Von mir aus (auch das klingt trotzig, eh klar :-)).
Insgesamt besteht aber Hoffnung :-) Letztens in einem Seminar zur Kundenorientierung lernte ich: „Bewusstsein schafft Handlungsspielraum“. Bedeutete in dem Zusammenhang: Durch das Mir-Bewusst-Machen einer Situation erreiche ich, dass ich nicht in die Urreflexe meines Steinzeithirnareals falle und unbedacht reagiere (Angriff, Flucht, Starre) sondern das Sichtfeld offen halte für Optionen und damit flexibel bleibe.
Zur weiteren Bewusstseinserweiterung mach' ich mir jetzt erstmal 'nen Tee :-)
bartynova - 19. Okt, 11:27
Achteinhalb Monate nach dem Auszug von
Wie-hieß-sie-noch-gleich kann ich endlich meiner Süßen die Eier nicht nur im Glas sondern auch im hübschen, stilechten, babyblauen Emsa-Eierbecher anbieten :-)

bartynova - 18. Okt, 20:15