Arbeitswelt
Genauso, aber original, geht es bei meinem Arbeitgeber zu:
bartynova - 10. Nov, 16:27
barty: wer fährt denn am Dienstag zu dem Meeting xy nach München, Rosi oder ich?
Chef: das macht die Rosi aus Augsburg, das ist näher dran.
barty: dann geh' ich am Donnerstag/Freitag in Berlin zum Meeting xz?
Chef: Na, des macht auch die Rosi.
Da geht's um Prozessverbesserung. Ich bin zertifizierte und erfahrene Prozessmanagerin.
...
Erstaunlich, wie dicht Augsburg bei Berlin liegen kann.
bartynova - 22. Okt, 14:27
Ich arbeite im IT- und Prozessebereich - also quasi im Backoffice/Querschnittsbereich in einem Call-/Servicecenter bei einem weltweit agierenden Konzern.
Dieses Callcenter hat eine intelligente Telefonanlage. Wenn du da als MitarbeiterIn anrufst, wirst du um deine Personalnummer gebeten und wirst durch ein Inhaltsmenü per Tastenwahl geführt. Diese Dateneingabe führt zu zwei Folgeaktivitäten:
1) Deine Personalstammdaten werden automatisch in das Ticket übernommen.
2) Du wirst gleich in das Team verbunden, dass die Inhalte deiner Tastenwahl bearbeitet.
Wir reden hier von einem Callcenter, welches ca 140.000 MitarbeiterInnen betreut.
So weit so gut.
Für diese verdammte Telefonanlage haben wir keine Testumgebung!!! Testen geht nur am Wochenende oder unter der Woche heiß auf dem Aktivsystem!!!
bartynova - 20. Jun, 11:18
Ich muss mal Luft ablassen über meinen Frust über meine TeamkollegInnen, die zum allergrößten Teil in Südostbayern sitzen und bayrischen Ursprungs sind:
Was ist bloß los mit euch Bayern, dass ihr meint, eure Superiorität den nicht-Bayern immer wieder reinwürgen zu müssen?!? Was ist das mit eurem Charakter, dass ihr andere nicht sein lassen könnt wie sie sind? Ist es einfacher Heimatstolz? Desinteresse? Ausgewachsener Snobismus? Kompensation von mangelndem Selbstvertrauen? Was???
Immer dieses hämische "Bei-uns-ist-es-viel-schöner"-Geschwätz - mir reichts.
Ehrlich, ich habe die Nase gestrichen voll von meinen bayrischen Kollegen! Ich habe keinen Bock mehr auf "Wir hier in Bayrn sind schlau, ihr da in Berlin nicht." Das ist kein Zusammenarbeiten.
bartynova - 22. Mai, 09:56
Mir ist seit einigen Tagen so blöde, irgendwie schwammig, oder auch stumpfsinnig. Lethargisch womöglich, gepaart mit starker Gereiztheit wegen Unterforderung.
Bartynova hin- und hergerissen zwischen Jammermodus und geduldig atmen.
bartynova - 20. Mai, 09:31
Im Firmenintranet steht eine Meldung zu einer großen Umorganisation. Ein neuer Bereich mit neuem CIO und neuer Themenstruktur wird vorgestellt.
Da wird über die Sinnhaftigkeit der Kombination von Prozessen, Qualität und IT in einem Bereich parliert (das habe ich schon vor 8, 9 Jahren gelernt...), und der Absatz endet mit "Für dieses Zusammenspiel sorgen Herr Doktor SoUndSo und sein Team."
Team ist im Text gestrichelt unterstrichen.
Was macht bartynova? Klickt neugierig auf "Team", in der Annahme, dass hinter dem Link das neue Führungsteam vorgestellt wird.
Hier die Auflösung:
"Team:
Gruppe, die eigenständig und in Selbstabstimmung, also hierarchiefrei, an einer gemeinsamen Aufgabe/Projekt arbeiten soll."
bartynova - 13. Mai, 17:11
Da rufen alle im Konzern nach Vereinheitlichung; der Systeme, der Eingangstore, der Trainingsstandards, der Tarifverträge, der Dokumente, der Firmenorganisation...
Und das Qualitätsmanagement, welches sich einen schicken kleinen Prozess gebaut hat zur Meldung von Verbesserungsvorschlägen, also wirklich nicht zu verachten das Teil, also dieses QM baut sich jetzt ein zweites Eingangstor mittels Fehlermeldungen an eine extra Datenbank auf. Die natürlich auch neu aufgesetzt werden musste, die Datenbank.
Wo arbeite ich hier eigentlich? Geht es in kleineren Unternehmen auch so zu?
bartynova - 1. Apr, 11:35
Wer in einer großen Firma arbeitet, kennt das. Und ich glaube, in kleinen und mittleren Unternehmen ist es nicht so institutionalisiert: der "Mitarbeiterorientierte Prozess", oder auch 3D-Dialog, oder "Feedback-Prozess".
Einmal im Jahr mindestens sehe ich meine Führungskraft, nämlich zu diesem Pflichttermin.
Diese Termine sind recht aufschlussreich, insbesondere wenn der Chef (und das restliche Team) irgendwo in der Repubik sitzt. So habe ich tatsächlich die Chance, ihn für eine gute Stunde life zu erleben, Feedback zu bekommen und Feedback zu geben.
Natürlich hängt der Erfog des Ganzen sehr davon ab, ob beide Gesprächspersonen offen und respektvoll miteinander umgehen.
Daher: aufschlussreich. Ich hatte schon die idiotischsten Führungskräfte, eingebildete Lackaffen, Strategen ohne Pragmatismus; aber auch welche, die sich tatsächlich interessieren, Entwicklungsziele besprechen und festhalten.
Mit meinem jetzigen Chef habe ich Glück. Er ist freundlich und pflegt einen respektvollen Umgangston. Aufrichtig.
Glück gehabt :-)
bartynova - 27. Mär, 12:51
Priorisierungs-Kathegorien für Fehler, die wir an unsere Backofficeprogrammierer geben:
- einfache Fehlerklasse
- Dringlichkeit
- Prio "Hütte brennt"
bartynova - 12. Mär, 10:54
Mein Chef hält es für eine gloreiche Idee, mir eine zusätzliche Aufgabe zukommen zu lassen - ich darf mich jetzt Redakteurin für das neue Wissensmanagement System nennen, neudeutsch Knowledgemanagement Warehouse System, oder so.
Sehr fragwürdige Auszeichnung, das ist. Nie traut sich jemand in dieser Firma, ein schlichtes Wiki auf die Beine zu stellen. Nein, da muss immer eine tolle neue Datenbank her; und Gott beware, da könnte ja jeder herkommen, wenn jetzt alle da rein schreiben dürften. Neinnein!!! Da gibt es einen ausgefeilten Workflow, bevor ein neuer Eintrag in die WMS-Datenbank gemacht und veröffentlicht werden darf. Und Redakteure, so 1-2 pro Team, die sich darum dann kümmern sollen, dass alles zeitnah da rein kommt.
...
Seit 1999 bin ich in diesem Laden, und habe schon mindestens 5 Wissensmanagementprojekte kommen und auch wieder gehen sehen. Eines dieser Projekte wurde nur aus dem Boden gestampft, damit ein bestimmter Frühstücksdirektor sein Jahr bis zur Rente noch sinnvoll nutzen konnte.
Sinnvoll...
Und dann die Benutzerfreundliche Oberfläche, um "neue Artikel zu posten". Ha! Allein die Userverwaltung braucht schon wieder eine Vollzeitkraft. Die Bearbeitung der Störungsmeldungen, weil "ich leider einen Artikel nicht posten kann, das Webinterface geht immer auf time out" noch nicht mitgerechnet.
...
WMS = Wehe mir, Schwestern! Wehe mir.
bartynova - 20. Dez, 16:31